Frei werden für die Welt

Anthroposophische Meditation - frei werden für die Welt. © EVERST, Fotolia.de - Info3 Verlag 2018
Anthroposophische Meditation - frei werden für die Welt. © EVERST, Fotolia.de - Info3 Verlag 2018

Anthroposophische Meditation und Anleitung zur Meditation. Ein neues Ausbildungsangebot will interessierte Menschen qualifizieren.

Anthroposophische Meditation ist ein eigener Weg, der sich von den ursprünglich aus dem Buddhismus und dem Hinduismus stammenden Wegen unterscheidet. Aber sie setzt diese Wege gewissermaßen voraus: denn in ihnen kann man lernen, still zu werden und zu bleiben, auch wenn man all das, worauf man sich sonst gründet, loslässt.

Die äußere Welt und unsere innere Welt mit ihren Urteilen und Emotionen kann losgelassen werden, ohne dass das Bewusstsein schwindet. Ja, man kann sich aufgehoben und getragen fühlen von diesem gereinigten Bewusstsein, in dem alles, was unser konkretes Leben ausmacht, schweigt.

Anthroposophische Meditation ergänzt dieses Freiwerden von der Welt um ein Freiwerden für die Welt. Denn wie wende ich mich der Welt und dem Dasein nun wieder zu? Kann ich realisieren, dass mein eigenes, im gereinigten Bewusstsein lebendes Ich und die Welt eines Wesens sind? Kann ich in Stein und Pflanze, in Kindern oder Patienten dieses gereinigte Bewusstsein zum Ausdruck kommen sehen und ihnen auf dieser Ebene begegnen? Kann ich verstehen, wie jedes es auf ganz eigene Art realisiert und gerade in dieser Eigenheit mit allem anderen zusammenhängt? Und kann ich dabei selbst immer souveräner und kreativer werden?

Anthroposophische Meditation will zu all dem anregen und befähigen. Sie schult das Bewusstsein, für die Begegnung mit dem Geistigen im Konkreten aufzuwachen, indem ich das Geistige, den Kern meines Wesens in mir selbst erfasse. Sie nimmt unser Ich mit und weitet es. Sie nimmt unser Denken mit und wandelt es, damit es uns den Geist in der Welt bewusst macht.

Anthroposophische Meditation ist somit auch der Kern von Waldorfpädagogik, anthroposophischer Medizin oder biologisch-dynamischer Landwirtschaft. Das Bedürfnis, sich durch solche Meditation für das alltägliche Leben zu befähigen und zu stärken hat in den letzten 20 Jahren stark zugenommen, wenn es auch noch nicht sehr weit über anthroposophische Kreise hinausgekommen ist. Seither gibt es Kurse und Seminare und Übungsgruppen für anthroposophische Meditation.

Ein nächster Schritt ist nun, Menschen zu qualifizieren, die anthroposophische Meditation anleiten können. Die „Fortbildung zur Begleitung von Meditierenden – Ich-Stärkung und Weltbezug“ richtet sich an Menschen, die meditative Vorerfahrungen haben, sich in den anthroposophischen Ansatz einarbeiten oder ihn vertiefen möchten und die in ihrem Berufsfeld oder in Kursen anthroposophische Meditation anleiten wollen. Sie wird veranstaltet vom Weiterbildungszentrum Alanus Werkhaus und vom Institut für anthroposophische Meditation.

Hier gibt’s genaue Informationen zu dem Ausbildungsgang „Ich-Stärkung und Weltbezug“.

 

Über den Autor / die Autorin

Anna-Katharina Dehmelt

Anna-Katharina Dehmelt

Anna-Katharina Dehmelt, Jahrgang 1959, humanistisches Gymnasium, Musikstudium in Frankfurt, Anthroposophie-Studium bei Frank Teichmann in Stuttgart, Wirtschaftsstudium an der Fernuni Hagen.
Seit 1981 Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft. Mitarbeit in Zweig und Arbeitszentrum Frankfurt und Stuttgart, seit 1999 in Nordrhein-Westfalen. 2003 Mitbegründerin der Firma für Anthroposophie, die u.a. mit neuen Arbeitsformen experimentiert. Neben unterrichtender und schreibender Tätigkeit für die Anthroposophie erbringt sie für verschiedene Auftraggeber Verwaltungsdienstleistungen. Lebt in Alfter bei Bonn.