Info3 Sonderheft Berufswege

Ausbildungen, Lehrstellen, Praktika, Bundesfreiwilligendienst und FSJ/FÖJ-Stellen im anthroposophischen Umfeld: Blättern Sie hier in unserem Info3 Sonderheft Berufswege.

„Warum wird durch Sie die Welt ein bisschen besser?“ – Diese Frage haben wir in dieser Ausgabe Studierenden aus unterschiedlichen Fachrichtungen gestellt. Und sie haben, wie ich finde, jeweils überzeugend darauf geantwortet: durch kleine, aber konkrete Beispiele, was sie selbst mit ihrem Beruf Positives in die Welt stellen wollen. Die Welt verbessern zu wollen hat vielleicht für manche einen etwas überheblich wirkenden Anstrich.

Aber ich finde es keineswegs anmaßend davon auszugehen, dass man durch sein berufliches Engagement die Welt besser machen kann. Im Gegenteil: Angesichts der gewaltigen Probleme unserer Zeit wäre es doch eher anmaßend, durch einen Beruf nur sich selbst verwirklichen zu wollen oder lediglich ein sicheres Auskommen zu erzielen.

Dabei geht es gar nicht immer darum, mit einem Schlag die ganz großen Probleme – beispielsweise die Klimakrise, Armut oder militärische Konflikte – zu lösen. Vieles liegt auch im Argen, weil die Atmosphäre zwischen den Menschen nicht stimmt, weil der Beruf als sinnlos erlebt wird oder weil Unfrieden am Arbeitsplatz herrscht. Die Veränderung der Gesellschaft braucht zwar auch große politische Leitlinien und Impulse, gesellschaftlich verankern kann sich ein Wandel aber nur durch die veränderte Haltung konkreter Menschen – und zwar möglichst vieler.

Weltverbesserer in diesem Sinne werden deshalb dringend gesucht. Auch ganz praktisch: Denn es herrscht Fachkräftemangel – nicht nur auf den technischen Gebieten, sondern gerade auch in den sozialen Berufen, in der Heilpädagogik und in der Pflege und natürlich auch in Waldorfkindergärten und Waldorfschulen. Es sind allesamt Berufe, die in hohem Maße an einer menschlicheren Gesellschaft arbeiten.

Dieses Sonderheft zeigt viele Möglichkeiten dazu – oft andere und spannendere, als sie auf dem konventionellen „Markt“ zu finden sind. Wegen einer weltanschaulichen Überlagerung durch die Anthroposophie muss man dabei übrigens heute keine Sorge mehr haben, denn auch Anthroposophen sind inzwischen im 21. Jahrhundert angekommen und eine hohe Professionalität haben sie ohnehin. Die angebotenen Ausbildungen setzen auf ein Menschenbild der persönlichen Freiheit, der Gleichheit und sozialen Solidarität. Sie bilden nicht nur mit Fachwissen, sondern wecken auch die kreativen Potenziale. Denn wer sich selbst verändert, verändert auch die Gesellschaft. Wer weiß, vielleicht wissen auch Sie schon bald, warum durch Sie die Welt ein wenig besser werden wird?